Die Wirkung von Potenzmittel – die wichtigsten Infos

Potenzsteigernde Mittel und Präparate erfreuen sich bereits seit Jahrtausenden großer Beliebtheit. Viele davon haben jedoch gar keine Wirkung. Dazu zählen vor allem jene Potenzmittel, welche aus tierischen Körperteilen wie Nashörner, Tigerkrallen oder Elfenbein bestehen. Glücklicherweise werden diese Dinge heute in den meisten Ländern nicht mehr als Potenzmittel angeboten und sie haben auch keine nachweisbare medizinische oder pharmakologische Wirkung. Vielversprechender sind hingegen pflanzliche Potenzmittel und auch einige synthetische Potenzpräparate. Hier sind die wichtigsten Infos kurz beschrieben.

Wenn die Libido versagt: Ursachen von Potenzstörungen

Unter dem Begriff Potenzmittel werden üblicherweise jene Produkte zusammengefasst, deren Inhaltsstoffe einer Behebung der erektilen Dysfunktion beim Mann dienen. Die erektile Dysfunktion wird auch als Impotenz oder als Potenzstörung bezeichnet. Diese liegt dann vor, wenn der Mann nicht mehr dazu in der Lage ist, eine Erektion des Penis einzuleiten oder diese bis zum Orgasmus aufrechtzuerhalten. Der Schwellkörper wird in diesem Fall nicht ausreichend mit Blut versorgt. Die Ursachen dafür können entweder psychischer oder physiologischer Natur sein.

Physische Ursachen

In vielen Fällen liegen organische Ursachen wie ein Abbau der glatten Muskulatur im Penis oder die Anlagerung von Kollagen im Schwellkörper vor. Dies wird meist durch einen Mangel am männlichen Geschlechtshormon Testosteron verursacht. Darüber hinaus sind auch Erkrankungen des Nervenleitsystems oder eine Durchblutungsstörung die Ursache für Impotenz. In vielen Fällen liegt auch eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata) vor. Die Abklärung dieser Ursachen sollte jedenfalls von einem Arzt durchgeführt werden.

Psychische Probleme

Aber auch psychische Probleme können eine erektile Dysfunktion auslösen. Jüngere Männer, deren sexuelles Selbstwertgefühl noch nicht gefestigt ist, leiden oft an Erektionsstörungen. Daneben sind Stress und Überarbeitung sowie seelische Belastungen häufige Potenzkiller. Aber auch Menschen, die unter psychischen Krankheiten leiden, können eine erektile Dysfunktion aufweisen. In diesen Fällen beginnt die Behebung der Potenzprobleme im Kopf. Hier kann eine Psychotherapie hilfreich sein. Der Einsatz von Antidepressiva, um eine zugrunde liegende Depression zu behandeln, kann ebenfalls eine Hilfe sein. Jedoch haben viele Antidepressiva die unangenehme Eigenschaft, dass sie das sexuelle Verlangen unterdrücken.

Der Erektion auf die Sprünge helfen: Die Wirkung von Potenzmittel

Die meisten Potenzmittel fördern entweder die Durchblutung des Penis, entspannen die Muskulatur oder stimulieren psychisch. Prinzipiell unterscheidet man zwischen synthetischen Präparaten und natürlichen Potenzmitteln.

Synthetische Potenzmittel

Viele synthetische Potenzmittel oder auch schulmedizinische Potenzmittel genannt, die in Form von Tabletten oder Kapseln verabreicht werden, basieren auf sogenannten PDE-5-Hemmern. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich das Enzym Phosphodiesterase-5. Dieses Enzym ist für den gezielten Abbau des Botenstoffs zyklisches Guanin-Monophosphat (cGMP) verantwortlich. Das cGMP sorgt dafür, dass sich die Muskulatur entspannt und somit die Durchblutung fördert. Die Potenzmittel mit dem PDE-5-Hemmer verhindern den Abbau von cGMP. Dadurch wird der Penis stärker durchblutet und es kommt zu einer länger anhaltenden und stärkeren Erektion.

Zu den bekanntesten PDE-5-Hemmern zählen:

  • Sildeanfil
  • Tadalafil
  • Vardenafil
  • Avanafil

Andere Medikamente wirken in erster Linie durchblutungsfördernd wie beispielsweise Alprostadil, welches den körpereigenen Stoff Prostaglandin ersetzt oder Apomorphin, das über die Nerven wirkt. Alprostadil wird jedoch nicht oral aufgenommen, sondern direkt in den Schwellkörper injiziert. Apomorphin wirkt indirekt über die Stimulierung der Reizleitungen im Nervensystem und wird heute in Deutschland nicht mehr auf dem Markt angeboten.

Natürliche Potenzmittel

Diese Potenzmittel beruhen auf natürlichen Wirkstoffen, die man hauptsächlich aus Pflanzen gewinnt. Eine Ausnahme bildet jedoch das Cantharidin, das aus der Spanischen Fliege oder verschiedenen Käferarten gewonnen wird. Cantharidin ist ein sogenanntes Monoterpen, das eine aphrodisierende Wirkung haben soll aber zugleich auch ein Reizgift darstellt. Die Wirkung dieser Substanz ist wissenschaftlich allerdings noch nicht nachgewiesen und daher sehr umstritten. Die durch Cantharidin hervorgerufene Erektion kann mitunter mit starken Schmerzen verbunden sein und bei falscher Dosierung droht dauernde Impotenz.

Viele pflanzliche Inhaltsstoffe fungieren ebenfalls als Potenzmittel oder zumindest als Mittel zur Potenzsteigerung. Dazu zählen vor allem:

  • Yohimbin
  • Maca
  • Ginseng
  • Damiana
  • Safran
  • Elfenblume

Yohimbin

Der Yohimbe-Baum Corynanthe johimbeist ein Gewächs, das man vorwiegend im tropischen Zentralafrika findet. Aus der Rinde des Baumes wird ein Idolalkaloid gewonnen, welches als psychoaktive Substanz dient und somit auch das sexuelle Verlangen steigert. Als pflanzliches Potenzmittel wird diese Substanz heute eher selten eingesetzt. Das Präparat ist jedoch für die meisten Menschen gut verträglich, zeitigt aber nicht immer die gewünschte Wirkung. Der Extrakt von Yohimbe wird heute vielfach in Apotheken oder Drogeriemärkten in Form von Kapseln zum Verkauf angeboten.

Maca

Die Maca-Pflanze oder auch Peru-Ginseng (Lepidium meyenii)genannt ist in Südamerika beheimatet. In den peruanischen Anden verwendet man sie als Nahrungsmittel und Heilpflanze. In der Knolle sind neben Eiweiß, Zink und Kohlehydraten auch Imidazol-Alkaloide und Steroide zu finden. Diese erhöhen in erster Linie die körperliche Leistungsfähigkeit. Das Pulver, das aus der Knolle gewonnen wird, verkaufen Apotheken oder Drogerien meist in Form von Tabletten. Die Inhaltsstoffe der Pflanze führen zu einer erhöhten Spermienbildung und fördern die Ausschüttung des männlichen Sexualhormons Testosteron.

Ginseng

Ginseng oder Panax ginseng ist eine Pflanze, die hauptsächlich in Südostasien vorkommt. Ginseng wird in der chinesischen Medizin als Stärkungsmittel und Heilmittel verwendet. Für eine Wirkung gegen die erektile Dysfunktion spricht vor allem die Fähigkeit von Ginseng, die Blutgerinnung zu hemmen und somit die Durchblutung zu fördern. Aus diesem Grund sollten Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck Ginseng-Präparate vermeiden. Das Gleiche gilt auch für Patienten, welche Medikamente zur Blutverdünnung einnehmen.

Damiana

Damiana oder Turnera diffusa ist eine Safranmalve, welche vom Süden Nordamerikas bis Argentinien zu finden ist. Die Blätter der Pflanze werden als pharmazeutische Droge benutzt. Diese enthalten reichlich Tannin und Koffein sowie zahlreiche andere Inhaltsstoffe, welchen eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben wird. Bislang wurde eine direkte Wirkung auf das Sexualhormon Progesteron nur bei Ratten nachgewiesen.

Safran

Der Safran Crocus sativus ist in erster Linie als wertvolles Gewürz bekannt. Daneben soll er jedoch auch die Potenz von Männern steigern und das Sexualverlangen bei Frauen. Safran kommt vor allem in Afghanistan und im Iran vor, wo er auch landwirtschaftlich angebaut wird. Die Pflanze enthält Carotinoide und Bitterstoffe. Darüber hinaus verfügt Safran noch über rund 300 teilweise noch nicht restlos erforschte Inhaltsstoffe. Viele davon zeitigten in klinischen Studien eine antidepressive und stimulierende Wirkung. Aus diesem Grund wirkt Safran zumindest in manchen Fällen auch gegen Erektionsstörungen, die psychisch bedingt sind.

Elfenblume

Die Elfenblume oder Epimedium ist fast weltweit verbreitet und zählt zu den Berberitzen. Einige Arten werden Gärten als Zierpflanzen gezogen. Ein Inhaltsstoff dieser Pflanze ist Icariin. In Tierversuchen hat sich gezeigt, dass diese Substanz einen positiven Einfluss auf die Erektion des Rattenpenis hat. In den USA und Europa wird die Pflanze unter dem Namen Horny Goat Weed als Potenzmittel verkauft. Es hat eine ähnliche Wirkung wie das synthetisch hergestellte Viagra, ist aber um ein Vielfaches weniger wirkungsvoll.

Andere potenzfördernde Substanzen

Neben den pflanzlichen und synthetischen Präparaten gibt es auch Potenzmittel, die aus tierischen Substanzen gewonnen werden. Diese sind allerdings weniger bekannt, haben aber teilweise eine ähnliche Wirkung wie andere natürliche Potenzmittel.

Ambrein

Ambrein wird aus der Ambra des Pottwals gewonnen. Ambra oder Amber ist ein grauer wachsartige Stoff, der aus dem Verdauungstrakt des Pottwals stammt. Früher wurde diese Substanz hauptsächlich zur Herstellung von Parfums verwendet. Heute ist Ambrein jedoch nur noch selten in teuren Parfums zu finden. Allerdings erhöht Ambrein den Testosteronspiegel, was zu einer stärken Libido führt.

Arginin

Arginin ist eine Form der Aminosäure, die man hauptsächlich in Walnüssen oder Kürbiskernen findet. L-Arginin als Vorstufe des Botenstoffes Stickstoffmonoxid trägt wesentlich zur Entspannung der glatten Muskulatur bei und erweitert die Gefäße. Dadurch werden diese besser durchblutet. Auch die Geschlechtsorgane profitieren von diesem Prozess.

Procyanidine

Oligomere Procyanidine sind chemische Substanzen, die in manchen Pflanzenarten vorkommen. In konzentrierter Menge findet man sie in Lärchenholz, Trauben sowie in der Rinde der Strandkiefer (Pinus). Die Substanz wirkt in erster Linie gefäßerweiternd und blutdrucksenkend. Beide Komponenten sind bei der Erektion von Bedeutung.

Mit Rezept zur Potenz: Verschreibungspflichtige Potenzmittel

In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind vor allem die synthetischen Potenzmittel rezeptpflichtig. Dazu gehören in erster Linie Medikamente, welche auf Basis der PDE-5-Hemmer hergestellt werden. Zu den derzeit bekanntesten dieser Arzneimittel gehören:

  • Viagra
  • Cialis
  • Levitra
  • Spedra

Die Wunderpille Viagra

In Viagra ist Sildenafil enthalten. Diese Substanz ist ein typischer PDE-5-Hemmer und wurde als solcher als Erster auf den Markt gebracht. Viagra war ursprünglich als Blutdruckmedikament vorgesehen, zeitigte aber nicht die gewünschte Wirkung. Dafür stimulierte es die Erektion. Heute ist Viagra das berühmteste Potenzmittel. Allerdings wirkt der Wirkstoff Sildenafil nur bei gleichzeitiger sexueller Erregung.

Cialis

Cialis sind Tabletten, die gegen die erektile Dysfunktion eingesetzt werden. Sie enthalten den Wirkstoff Tadalafil. Diese Substanz unterstützt lediglich die Durchblutung des Penis. Damit wird das Geschlechtsorgan längere Zeit mit ausreichend Blut versorgt, was die Erektion dementsprechend verlängert.

Levitra

Levitra wird ebenfalls in Form von Tabletten verabreicht. Diese enthalten den PDE-5-Hemmer Vardenafil. Auch dieses Potenzmittel hat eine ähnliche Wirkung wie Cialis, da Vardenafil durchblutungsfördernd wirkt.

Spedra

Spedra enthält den PDE-5-Hemmer Avanafil. Auch dieser Wirkstoff fördert und verbessert die Durchblutung des Penis. Spedra ist das jüngste pharmazeutische Produkt aus dem Bereich der Potenzmittel für den Mann.

Potenzmittel wirken unterschiedlich

Vor allem die schulmedizinischen Potenzmittel, die auf PDE-5-Hemmern basieren, ziehen relativ rasch die gewünschte Wirkung nach sich. Die einzelnen Präparate unterscheiden sich dabei vor allem in der Wirkungsdauer, der Dosierung sowie der Zeit, bis das Medikament wirkt. In der Regel entfaltet sich die volle Wirkung nach 30 bis 60 Minuten. Beim Wirkstoff Tadalafil kann die Wirkung jedoch erst nach zwei Stunden eintreten. Sildenafil und Vardenafil wirken in der Regel 3 bis 5 Stunden lang. Tabletten mit Tadalafil oder Avanafil halten bis zu 17 Stunden lang an.

Die unerwünschten Nebenwirkungen

Natürlich können diese Potenzmittel bei manchen Personen auch unerwünschte Nebenwirkungen nach sich ziehen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Viagra und Co zählen dabei:

  • Kopfschmerzen
  • Hautrötungen oder Ausschlag
  • gastrointestinale Beschwerden wie Verdauungsprobleme
  • Schwindel und Sehstörungen
  • Muskelschmerzen

Wer besser keines dieser Medikamente nehmen soll

Bei manchen bestehenden Krankheiten ist es ratsam, von einer Anwendung der synthetischen Potenzmittel Abstand zu nehmen. Die häufigsten Kontraindikationen sind:

  • Personen, die Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck einnehmen
  • Patienten, die medikamentös gegen Herzkreislauferkrankungen behandelt werden
  • Menschen, welche Präparate zur Blutverdünnung zu sich nehmen müssen

Ohne Rezept zur Manneskraft: Rezeptfreie Potenzmittel

Heute erhält man im Handel eine Vielzahl an Potenzmittel, die rezeptfrei erhältlich sind. Dazu zählen in erster Linie Präparate auf pflanzlicher Basis. Diese zeitigen meist keine Nebenwirkungen und können unbedenklich angewendet werden. Im Internet findet man oft jedoch Medikamente, die zwar ohne Rezept gekauft werden können, jedoch als gesundheitsgefährdend einzustufen sind. In diesen Fällen ist besondere Vorsicht geboten. Wer ein Potenzmittel kaufen will, sollte sich vorher vom Arzt oder Apotheker beraten lassen.

Welches Potenzmittel passt am besten?

Es gibt kein Patentrezept für das richtige Potenzmittel. Die Wirkung der verschiedenen Substanzen hängt in erster Linie vom persönlichen physischen und psychischen Zustand ab. Nicht immer wirkt ein Potenzmittel alleine, sondern ist oft erst in Kombination mit anderen Mitteln erfolgreich. Das gilt vor allem für rezeptfreie, pflanzliche Präparate. Vor jedem Gebrauch sollte ein Arzt zur Rate gezogen werden, um die möglichen Ursachen für die erektile Dysfunktion zu ermitteln. Oft verbergen sich dahinter auch bestimmte Krankheiten wie Diabetes oder eine Vergrößerung der Prostata. Auch auf die psychische Situation des Patienten sollte der Arzt dabei eingehen.

Alternative Methoden zur Potenzsteigerung

Neben den klassischen schulmedizinischen Medikamenten und den pflanzlichen Präparaten gibt es auch mechanische Methoden, um die Potenz zu fördern. Zu den bekanntesten dieser Methoden zählen:

  • Penispumpen
  • Penisringe
  • Implantate
  • Beckenbodentraining

Penispumpen sind Pumpen, die mit Unterdruck arbeiten und somit ein Vakuum erzeugen. Sie dienen vor allem jenen Menschen, welche aus gesundheitlichen Gründen keine Potenzpillen einnehmen dürfen. Die Anwendung ist allerdings sehr kompliziert und kann auch nicht so diskret erfolgen wie bei der Einnahme von potenzfördernden Präparaten.

Ein Penisring ist ein Ring, der aus verschiedenen Materialien gefertigt sein kann und um den Penis oder den Hodensack gelegt wird, um eine Erektion länger aufrechtzuerhalten. Bei unsachgemäßer Anwendung kann es hier jedoch zu einer Dauererektion (Priapismus) kommen.

In manchen Fällen wendet man zur Behebung von Erektionsstörungen Schwellkörperimplantate an. Diese füllen entweder als hydraulische Implantate einen künstlichen Schwellkörper mit Flüssigkeit oder werden als biegsame Penisimplantate direkt in den Penis operiert.

Das Beckenbodentraining ist die wohl einfachste Methode. Hier wird die Muskulatur trainiert und die Wirkung ist langfristig und erfolgt ohne schädliche Nebenwirkungen.