Wirkstoff Sildenafil – Potenz steigern

Erektile Dysfunktion, ein Problem, das viele Männer plagt, über das aber nur wenige sprechen. Sie schämen sich und dachten lange, dass es ohnehin keine Lösung gibt. Dann aber kam Ende der 1990er-Jahre das Medikament Viagra auf den Markt. Durch einen Zufall entdeckten Mediziner, dass der Wirkstoff Sildenafil die Potenz steigern kann. Eigentlich war er dazu gedacht, Herzkrankheiten zu behandeln. Das allerdings funktionierte mit der blauen Wunderpille nicht. Ihr Erfolg war trotzdem schon kurz nach der Entdeckung kaum aufzuhalten. Aber was steckt eigentlich alles in dem Wirkstoff Sildenafil?

Wofür wird Sildenafil angewandt?

Am bekanntesten ist sicher die Anwendung von Sildenafil gegen die sogenannte Erektile Dysfunktion, sprich Impotenz. Aber worum handelt es sich dabei genau? Mediziner sprechen davon, dass die Krankheit dann vorliegt, wenn ein Mann entweder keine Erektion bekommen oder der Körper sie nicht aufrecht erhalten kann. Das kann viele Ursachen haben, unter anderem auch psychische. Einr der häufigsten ist jeodjc ein gestörter Blutfluss im Penis, der nichts anderes als ein Schwellkörper ist. Er muss also für eine Erektion mit ausreichend Blut versorgt werden. Gelingt dies nicht, bleibt das Glied schlaff. An dieser Stelle greift Sildenafil ein.

Dieser Blutfluss wird nämlich von einem Muskel gesteuert. Anders als man sich das vorstellt, ist er im Normalfall angespannt. Um den Blutfluss zu ermöglichen, muss sich dieser Muskel entspannen. Das gelingt aber bei manchen Männern nicht oder nicht ausreichend. Sildenafil blockiert ein Enzym, das verhindert, dass sich dieser Muskel entspannen kann. Ein großer Vorteil von Viagra und Co. ist, dass die Pillen nur dann wirken, wenn der Mann sexuell erregt ist.

Den Wirk-Mechanismus machten sich Mediziner nach einigen Jahren auch für die Behandlung von Lungenhochdruck zu nutze. Hier kommt es genauso darauf an, dass ein Muskel entspannt wird. Für diese Anwendung ist Sildenafil in bestimmten Fällen medizinisch zugelassen. Der Stoff ist aber so vielseitig, dass er auch für andere Zwecke Anwendung findet. Zum Beispiel bei der Höhenkrankheit oder Bluthochdruck von Hunden.

In der Vergangenheit gab es auch eine Studie, die sich mit einem Einsatz gegen bestimmte Störungen an der Plazenta beschäftigte. Diese wurde aber sehr schnell abgebrochen, weil Sildenafil einen negativen Einfluss auf den Fötus hatte. Auch zur Behandlung von sexuellen Störungen bei Frauen kann Sildenafil wohl nicht benutzt werden. Entsprechende Studien wurden im Frühstadium abgebrochen, da sich die versprochene Wirkung nicht einstellte.

Welche Wirkung erfüllt Sildenafil nicht?

Viagra hat Sildenafil sehr populär gemacht. Damit einher ging auch, dass der Wirkstoff als eine Art Wundermittel betrachtet worden ist. Eine Menschen schrieben ihm eine libido-steigernde oder eine Erhöhung der Qualität der Erektion zu. Forscher haben sich damit beschäftigt und konnten leider keine Belege dafür finden. Sildenafil wirkt nur dann, wenn eine organisch begründete erektile Dysfunktion vorliegt. Gesunde Männer oder gar Frauen profitieren von der Einnahme leider nicht.

Eine nicht medizinische Wirkung ist aber belegt: Forscher fanden in einer Studie heraus, dass Sildenafil das Leben von Schnittblumen verlängern kann. Hierzu muss eine Tablette zerstoßen und in Wasser aufgelöst werden.

So wird Sildenafil richtig angewandt

Sildenafil ist derzeit ausschließlich in Tablettenform erhältlich. Diese enthalten zwischen zehn und 50 Milligramm Wirkstoff. Ärzte raten stets dazu, mit der niedrigsten Dosierung einzusteigen. Es stellt sich zwar nach bisherigen Erkenntnissen keine Gewöhnungseffekt ein, der Stoff ist aber durchaus eine Belastung für den Organismus. Die Menge sollte stets nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erhöht werden. Die maximale Dosierung für Sildenafil liegt bei 100 Milligramm pro Tag und darf in keinem Fall überschritten werden. Vorsicht ist bei älteren Menschen und Patienten mit Störungen der Nierenfunktion geboten. Sie dürfen maximal 25 Milligramm des Wirkstoffes pro Tag zu sich nehmen.

Eingenommen wird die Tablette eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr. Nach der Einnahme hält die Wirkung für sechs bis acht Stunden an, in manchen Fällen sogar zwölf. Die Pille wird unzerkaut mit Wasser geschluckt und sollte nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden.

Nebenwirkungen von Sildenafil

Die Einnahme von Sildenafil kann eine Reihe von Nebenwirkungen nach sich ziehen. Am häufigsten werden Kopfschmerzen beobachtet. Darüber berichten mehr als zehn Prozent der Patienten. Auch eine sogenannte Gesichtsrötung zeigt sich recht häufig. Über dieses Phänomen klagen ebenfalls mehr als zehn Prozent der Anwender. Diese Rötung ist aber vollkommen ungefährlich und lediglich vorübergehend.

Über Magenbeschwerden und eine Entzündung der Nasennebenhöhlen klagten maximal fünf Prozent der Patienten. Daneben kam es bei rund drei Prozent der Anwender zu sogenannten abnormen Wahrnehmungen. Sie sahen kurz nach der Einnahme blaue Schleier und bemerkten eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. In sehr seltenen Fällen führte Sildenafil sogar zur Erblindung.

Sehr ernste, aber genauso seltene Nebenwirkungen können ein Herzinfarkt oder gar der plötzliche Herztod sein. Letzteres ist vor allem dann zu befürchten, wenn das Organ bereits erheblich geschädigt gewesen ist. Daneben kann es zu einem Schlaganfall oder einem Verschluss der Netzhautgefäße kommen. In der Vergangenheit wurde schon über mehrere Todesfälle im Zusammenhang mit der Einnahme von Sildenafil berichtet. Menschen, die unter einer Gefäß-Erkrankung leiden, sollten daher unbedingt ihren Arzt über diesen Umstand informieren.

Zu den weiteren Nebenwirkungen zählen ein vermindertes Reaktionsvermögen, Rücken- und Muskelschmerzen, Dauererektion, Schwindelgefühle sowie Rücken- und Muskelschmerzen. Seit kurzer Zeit liegen den Wissenschaftlern auch Berichte über eine Verminderung des Hörvermögens vor. Ob dieses Phänomen direkt auf die Einnahme von Sildenafil zurückzuführen ist, wurde noch nicht abschließend geklärt.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Sildenafil

Da Sildenafil das Reaktionsvermögen beeinträchtigen kann, sollten Patienten nach der Einnahme weder Autos noch schwere Maschinen steuern. Außerdem sollte nach der Einnahme kein Alkohol getrunken werden.

Brauche ich ein Rezept für Sildenafil?

Wer Sildenafil in Deutschland einnehmen möchte, braucht ein Rezept vom behandelnden Arzt. Der Grund für diese strikte Regelung sind die drastischen Nebenwirkungen, die eine Einnahme nach sich ziehen kann. Der Arzt muss vor der Verschreibung seinen Patienten gründlich körperlich untersuchen. Es gilt vor allem, Herzerkrankungen auszuschließen. In diesem Zusammenhang wurden schließlich bereits von Todesfällen im Zusammenhang mit der Einnahme von Sildenafil beobachtet.

Es ist allerdings möglich, Medikamente mit dem Wirkstoff im Internet ohne Rezept zu erwerben. Davon ist aber aus zwei Gründen abzuraten. Zum einen ist hier nicht gewährleistet, dass die Kunden wirklich ein Sildenafil-Präparat geliefert bekommen. Im besten Fall bestehen die Tabletten aus vollkommen wirkungslosen Inhaltsstoffen. Im schlimmsten Fall sind aber auch gefährliche Substanzen enthalten. Zum anderen entfällt bei dieser Bestellung im Internet die gründliche Untersuchung durch den Mediziner. Das ist hochgefährlich, weil viele Herzkrankheiten lange Zeit keine spezifischen Symptome verursachen und daher unentdeckt bleiben. Eine Einnahme von Sildenafil kann in diesem Zusammenhang jedoch zu äußerst gefährlichen Nebenwirkungen führen.

In welchen Fällen darf ich Sildenafil nicht einnehmen?

Generell dürfen Patienten unter 18 Jahren Präparate mit Sildenafil nicht einnehmen. Ärzten ist es daher untersagt, ihnen ein entsprechendes Rezept auszustellen. Außerdem dürfen Menschen, die gerade erst einen Herzinfarkt hatten, Sildenafil nicht einnehmen. Hier geht es wieder um die drastischen Nebenwirkungen, die in diesem Zusammenhang beobachtet worden sind. Das gleiche gilt für Menschen mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, niedrigem Blutdruck und schweren Leberschwäche.

Wechselwirkungen von Sildenafil

Sildenafil hat Wechselwirkungen mit einer Reihe von Medikamenten. An erster Stelle sind hier Mittel zu nennen, die Gefäße erweitern, allen voran die sogenannten NO-Donatoren, zum Beispiel Molsidomin und Nitrate. In Kombination mit Sildenafil könnte der Blutdruck des Patienten drastisch absinken, was lebensbedrohliche Folgen für ihn haben könnte. Die gleiche Wirkung wurde bei gleichzeitiger Einnahme von Bluthochdruck-Senkern wir Alpha-Blockern beobachtet. Aus diesem Grund dürfen auch Patienten, die nach der Einnahme von Sildenafil einen Herzinfarkt erleiden, nicht mit Nitraten behandelt werden. Der Arzt in der Notaufnahme sollte daher in jedem Fall über die Einnahme des Potenzmittels informiert werden.

Sildenafil lagert sich in erster Linie in der Leber an und wird hier auch abgebaut. Dafür verantwortlich sind bestimmte Leberenzyme. Deren Wirkung wiederum hemmen einige Medikamente. Werden die Stoffe zur gleichen Zeit eingenommen, treten zwei Effekte ein. Zum einen kann die Wirkung von Sildenafil in einem unerwünschten Maß gesteigert werden. Das führt zum anderen dazu, dass auch die Nebenwirkungen stärker ausfallen. Betroffen sind in diesem Zusammenhang die sogenannten CYP3A4-Hemmer. Dazu gehört zum Beispiel die Fungizide Ketokanazol und Itrokanazol, das Antibiotikum Erythromycin, das Magenmedikament Cimetidin sowie die HIV-Medikamente Saquinavir und Ritonavir.

Auf der anderen Seite gibt es auch Medikamente, die die Aktivität der Leber anregen. Das hat für den Patienten kaum gefährliche Folgen, führt allerdings dazu, dass die Wirkung von Sildenafil vermindert wird. Das betrifft vor allem die sogenannten CYP3A4-Induktoren. Dazu gehören unter anderem einige Wirkstoffe, die gegen Epilepsie angewendet werden.

Unter welchen Namen wird Sildenafil gehandelt?

Der bekannteste Handelsname von Sildenafil ist Viagra. Darunter machte der US-Konzern Pfizer das Medikament im Jahr 1998 bekannt. Fast jeder hat daher die typischen blauen Pillen vor Augen, wenn er über den Wirkstoff Sildenafil spricht. Aber Pfizer ist in Deutschland nicht mehr alleine auf dem Markt. Im Jahr 2013 ist das Patent für Deutschland, Österreich, die Schweiz und Dänemark ausgelaufen. Das heißt, es dürfen auch Anbieter von sogenannten Generika Medikamente mit Sildenafil auf den Markt bringen. Davon haben etlich Herstelle Gebrauch gemacht, in Deutschland insgesamt 28 Anbieter. Sogar Pfizer selbst brachte ein Sildenafil Generikum auf den Markt.

Mit dem Ablauf des Patents änderte sich auch die Darreichungsform von Sildenafil. Bis dato war lediglich die blaue Tablette im Handel, die unzerkaut geschluckt werden muss. Inzwischen gibt es zusätzlich Kau- und Schmelztabletten. An der Wirkung der Substanz ändert sich dadurch nichts. Allerdings sollte auf diese Weise der Komfort für die Patienten erhöht und eine unauffällige Einnahme möglich gemacht werden.

Neben Sildenafil finden Patienten auch noch Präparate aus der gleichen Wirkstoffklasse auf dem Markt. Sie wurden Anfang der 2000er-Jahre entwickelt, als Pfizer das Patent noch inne hatte, von Konkurrenz-Firmen entwickelt. In Deutschland setzte sich vor allem Tadalafik durch, das unter dem Namen Cialis bekannt geworden ist. Die Präparate sind in Wirkung und Nebenwirkung durchaus mit Sildenafil vergleichbar und ebenso verschreibungspflichtig. Auch für diese Substanzen ist der Patentschutz in den meisten europäischen Ländern bereits abgelaufen. Allerdings ist der Markt für Generika nicht sonderlich breit aufgestellt.

Bezahlt die Krankenkasse für Sildenafil?

Der Wirkstoff Sildenafil ist verschreibungspflichtig. Insofern liegt die Vermutung nahe, dass die Krankenkasse für die Tabletten aufkommen. Schließlich ist die erektile Dysfunktion auch eine anerkannte Krankheit. In der Tat war die Erstattung durch die Krankenkassen kurz nach Einführung im Jahr 1998 zumindest umstritten. Die Debatte lösten dann die Sozialgerichte, die entschieden, dass Medikamente, die vorwiegend die Lebensqualität steigern, nicht von den Krankenkassen bezahlt werden. Als solches wurden Mittel wie Viagra klassifiziert. Das ursprünglich Urteil haben bereits zahlreiche Sozialgerichte bestätigt.

Anders sieht der Fall aus, wenn der Grund für die Verschreibung Lungenhochdruck ist. Hier steht klar die medizinische Indikation im Vordergrund und die Krankenkasse kommt für die Behandlung mit Sildenafil auf.

Aber auch, wer unter einer erektilen Dysfunktion leidet, kann unter Umständen Glück haben. Das betrifft vor allem Männer, die sich einer Prostata-Krebs-Behandlung unterzogen haben. Eine ihrer Folgern kann Impotenz sein, die sich erfolgreich mit Sildenafil behandeln lässt. In diesen Fällen bezahlt die Krankenkasse unter Umständen für die Behandlung. Dafür ist ein Antrag in der zuständigen Geschäftsstelle notwendig. Chancen haben ferner Männer, die schon in jungen Jahren unter Impotenz leiden und die zusätzlich zu den Geringverdienern gehören. In diesen Fällen haben Sozialgerichte bereits entschieden, dass die Erstattung von Sildenafil zulässig ist. Allerdings besteht kein genereller Anspruch auf die Übernahme die Kosten. Jeder Einzelfall muss mit der Krankenkasse verhandelt werden. Eventuell steht auch eine psychologische Prüfung ins Haus.

Die Geschichte des Wirkstoffs Sildenafil

Viagra erblickte im Jahr 1998 das Licht der Welt. Ursprünglich arbeiteten die Forscher der Firma Pfizer jedoch nicht an einem Mittel zur Behandlung von Impotenz. Sie wollten vielmehr Medikamente zur Behandlung von Herzerkrankungen entwickeln. Das erste Patent wurde im Jahr 1991 angemeldet.Erst bei späteren Studien entdeckten die Wissenschaftler, dass Sildenafil gegen organisch bedingte erektile Dysfunktion wirkt. Zunächst wurde die Nachricht nur in der Fachpresse diskutiert. Schließlich nahm aber das Time Magazin die Geschichte auf, druckte sie auf seinen Titel und Viagra gelangte über Nacht zu Weltruhm.

Bekanntermaßen entwickelte sich die blaue Pille zu einem richtigen Life-Style-Medikament. Aber nicht nur das. Viagra hat für Männer viel Gutes bewirkt. Zum ersten Mal stand ein Mittel zur Verfügung, mit dem schambehaftete erektile Dysfunktion behandelt werden konnte – und das auch noch auf komfortable Art und Weise. Patienten können die Tablette diskret zu Hause schlucken und genießen den Vorteil, dass Sildenafil erst wirkt, wenn es gebraucht und ziemlich lange im Körper gespeichert wird.

In den Partnerschaften dieser Männer hatte das aber nicht nur nur Vorteile. Eine amerikanische Studie konnte zeigen, dass einige Frauen durchaus unter der gesteigerten Libido ihrer Männer litten. Sie waren es schlicht nicht mehr gewohnt. Im Großen und Ganzen wirkte sich Sildenafil jedoch äußerst positiv auf viele Partnerschaften aus.